
Hoffnungssterne für Bildung
Und zwar vor allem im Bereich Sprachförderung. Sprachfähigkeit ist das wichtigste Kriterium für einen erfolgreichen Start in die Schule und für eine insgesamt erfolgreiche Schullaufbahn. Je besser man mit der deutschen Sprache umgehen kann, desto besser kommt man auch mit dem Schulstoff zurecht. Man kann einen guten Abschluss machen und bekommt leichter einen Job. Deshalb ist Sprachförderung in der Vorschularbeit an den Kitas enorm wichtig.
Und um den Schulstart geht es gerade: Im September ist es wieder soweit - 240 frischgebackene Schulanfänger werden in der Gropiusstadt eingeschult. Und weil das Projekt „Der kleine Stern“ nicht nur mit Kindern lernt und Erzieher schult, sondern zunehmend auch mit den Eltern zusammenarbeitet, hatten Christian Liebisch und Katharina Beck alle Eltern von Schulanfängern zu einer Mitmach-Aktion eingeladen.
Der Schulbeginn ist für alle schwierig: Die Eltern hoffen, dass ihr Kind das möglichst gut in der Schule zurechtkommt, sich wohl fühlt, keinen Ärger macht und gute Noten nach Hause bringt. Für Eltern mit Migrationshintergrund ist das Ganze noch schwieriger – sie übergeben ihr Kind einem System, das ihnen meist völlig fremd ist. Jeden Morgen um 6:30 Uhr aufstehen zu müssen, ist auch eine ganz schöne Umstellung.
So ist das erste halbe Schuljahr eine ziemlich aufregende und oft nicht ganz leichte Zeit für die Kinder und ihre Eltern. Die Pädagogen vom kleinen Stern haben sich eine ganz besondere Aktion ausgedacht, um die Eltern auf den Schulstart der Kinder einzustimmen. Ein kleines Zeichen für sie und ihre Kinder - für einen ganz besonders erfreulichen Schulbeginn. Unter dem Motto „Hoffnungssterne für Bildung“ wird ein kleiner gelber Kuschelstern aus Stoff für die Kinder fertig gestellt, den die Eltern eigenhändig füllen, mit Wolle und vor allem mit guten Wünschen für ihre Kinder. Um den Kindern etwas mitzugeben, über das sie sich freuen und an dem sie sich ein bisschen festhalten können.
Eine ganze Menge Eltern sind am 23. Juni ins Frauencafé eingetroffen. Einige Eltern kennen das Kleine-Stern-Programm, ihre Kinder gehen in die evangelische Kita Martin-Luther-King oder in die Kita am Wildhüterweg. Und alle machen mit: Die Pädagogen vom kleinen Stern verteilen Zettel, wo jeder aufschreiben kann, was er seinem Kind wünscht und für die Schule mitgeben will. Alle schreiben, und den Müttern, die nicht selbst schreiben können, weil sie in ihrer Kindheit keine Schule besuchen konnten, helfen die Anderen, die Zettelchen auszufüllen:
„Ich wünsche mir, dass mein Sohn sich wohl fühlt und dass er viele Freunde hat.“
„Ich wünsche meiner Tochter einen guten Schulstart!“ „Vor allem wünsche ich ihr viel Selbstvertrauen!“, „Viel Glück im Leben“, „Gute Noten!“, „dass mein Kind viel in der Schule lernt und Freude daran hat“ und „Eine ganz schöne Schulzeit“. Ganz normale Elternwünsche. In allen Kulturen gleich – voller Hoffnung und Liebe.
Dann wird der kleine Stoffstern mit den Wunschzetteln und der Füllung aus Kunstwollfasern vorsichtig so gleichmäßig wie möglich ausgestopft, damit er schön weich bleibt. Und dann zugenäht. Alle diskutieren über die beste Nähtechnik, so dass man die Naht möglichst wenig sieht. Man kommt ins Gespräch, obwohl mindestens fünf verschiedene Nationalitäten am Tisch sitzen. Und hat wieder ein paar Nachbarinnen kennengelernt. Das Sternchen muss jetzt nur noch in die Schultüte oder gleich in die Schulmappe. Und da hilft es den Kindern hoffentlich ein bisschen bei der Eingewöhnung.
Die Mütter freuen sich alle, dass der kleine Stern nichts gekostet hat. Nur ein bisschen Mühe und Gedanken. Der Rest konnte über den Quartiersfonds 1 finanziert werden. Damit die Gropiusstädter Kinder bestens ausgestattet sind für eine erfolgreiche Schullaufbahn mit viel Bildung und Freude!
Der kleine Stern – Sprachförderung und Vorschularbeit in Kitas
- Wortschatz und sprachliche Ausdrucksmöglichkeit werden verbessert
- Körperbewusstsein wird gestärkt durch Bewegung und Tanz
- Konzentration wird geübt: Die Kinder lernen, sich über längere Zeiträume zu konzentrieren und sich auf Aufgaben einzulassen
- „Weiß ich nicht“ gibt es nicht! Die Kinder lernen Fragen stellen, beobachten und sich präzise ausdrücken/ gut formulieren. Forschungsdrang soll geweckt werden
- Soziales Verhalten wird bewusst gemacht und geübt: Zuhören, Regeln einhalten, sich Mühe geben, ein Ziel erreichen, gemeinsam Erfolge haben
- Der Reichtum kultureller Wahrnehmung wird gefördert
- „Der Kleine Stern“ schlägt eine Brücke zwischen Kita und Schule
Das Lern-Erlebnis-Programm „Der kleine Stern“ wird an an folgenden Gropiusstädter Kitas durchgeführt: Kita Tabaluga, Kita Wildhüterweg, EKT Kita Lipschitzallee 38, Ev. Kita Regenbogen, Kita Wutzkyallee, Kita der Martin-Luther-King-Gemeinde
Der Kleine SternChristian Liebisch & Katharina Beck GbR
Naunynstrasse 65, 10977 Berlin
Tel.030 250 18 235
Fax: 030 61 444 92
www.derkleinestern.de
Text/Foto: U.Ungethüm