
Die Zahl der Eltern, die aus unterschiedlichen Gründen kaum Kontakt zur Schule ihrer Kinder haben, nimmt seit längerer Zeit zu. Das bereitet der Schule zunehmend Sorgen und Probleme. Elternabende und andere Termine werden versäumt, die Eltern sind nicht informiert, nehmen aus Unkenntnis Angebote der Schulen nicht wahr und verzichten, oft ohne es zu wissen, auf ihnen oder ihren Kindern zustehende Hilfen. Andererseits haben Lehrkräfte oft nur unzureichendes Wissen über den kulturellen Hintergrund oder die konkrete Lebenssituation ihrer Schüler, vor allem bei Schülern mit Migrationshintergrund. So fehlt ihnen der Zugang zu deren Problemen und somit auch die Gelegenheit zu einer erfolgreichen Vermittlung bei Schwierigkeiten.
Um das zu ändern, wurde an der Hugo-Heimann-Schule zusammen dem Trägerverein Evin e.V. das Projekt „Schule der Eltern“ entwickelt. Es ist ein vermittelndes Projekt zwischen Schule, Lehrern und Eltern mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern zu verbessern. Außerdem soll der kindbezogene Wissensstand der Eltern zu den Themen Erziehung, Bildung und Gesundheit erweitert und ihr Kontakt zu den Lehrern verstärkt werden, um die Kinder optimal fördern zu können. Eltern unterschiedlicher Herkunft sollen miteinander in Kontakt kommen und sich austauschen, so dass Menschen unterschiedlicher Kulturen einander verstehen lernen und an der Schule ein Elternnetzwerk entsteht.
Die Hugo-Heimann-Schule kooperiert bei dem Projekt mit dem Träger Evin e.V. und in Zukunft auch mit Trialog e.V., einem Träger der Jugendhilfe. Finanziert wird das Projekt über das Quartiersmanagement durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“.
Was bedeutet „Schule der Eltern“?
- Es finden einmal im Monat Elternabende zu wichtigen Themen im Bereich Erziehung statt, z.B. zum Thema Gewalt und Gewaltprävention. Bei diesen Elternabenden ist eine Sprachmittlerin anwesend. Sie spricht neben deutsch auch türkisch und arabisch. So können auch die Eltern die Elternabende besuchen, die kaum Deutsch sprechen können, sie erhalten wichtige Informationen und bekommen Kontakt zu den Lehrern ihrer Kinder und zu anderen Eltern
- In der Zeit nach dem Elterncafé bietet die Schule einen Deutschkurs für Eltern an, die wenig oder kein Deutsch sprechen, an.
- Die Sprachmittlerin hilft auch bei konkreten Schulschwierigkeiten. Sie übersetzt den Eltern, die kein Deutsch können, die Anliegen der Lehrer und hilft, Informationen zu bekommen und Lösungen zu finden. Darüberhinaus motiviert sie die Eltern, den Deutschkurs zu besuchen.
- Jeden Mittwoch gibt es zwischen 8:00 und 10:00 ein Elterncafé, es wird von einer Pädagogin von Evin e.V. betreut. Hier können sich alle Eltern der Schule treffen und austauschen. Die Sprachmittlerin, Frau Abbas ist immer anwesend und hilft bei Verständigungsschwierigkeiten.
Seit September 2006 gibt es das Projekt. Die Elternabende mit der Sprachmittlerin Frau Abbas finden immer mehr Anklang. Das Elterncafé läuft sehr gut an und hat sich zu einer regen Anlaufstelle für die migrantischen Mütter entwickelt. Das Projekt hat einen Antrag auf Verlängerung gestellt, der Quartiersbeirat entscheidet in Kürze darüber, ob und unter welchen Bedingungen das Projekt weitergeführt wird.